Siret ist eine kleine Stadt in Moldawien an der Grenze mit der Ukraine. Hier gibt es mehrere interessanten Kirchen aber die Kirche der Dreifaltigkeit ist ein kleines Schmuckstück, das wirklich sehenswert ist.
Die Kirche Sf. Treime wurde gegen Mitte des XIV. Jh. gebaut. Sie gehörte vielleicht zu dem königlichen Hof des Woiwoden Sas (1354-1358). Wie sehr viele andere kleine Kirchen hat auch diese von Siret keinen Glockenturm. Trotzdem, als wir die Kirche an einem Sonntag besichtigten, hatten wir das Glück, ein Glockenspiel hören zu können, denn die Kirche wurde seit kurzem mit einem Glockenensemble ausgestattet, indem die Glocken von zwei Männern alternativ angeschlagen wurden. Frauen und insbesondere Kinder gingen zum Gottesdienst mit riesigen Blumensträußen,
zweifellos für ein kirchliches Fest. Mädchen in Sonntagskleidung hatten im Haar ein riesiges rotes Band , wie diese in Frankreich in den 50 Jahren zu sehen waren....
Während die Gläubige in die Kirche hineintraten, sind wir in den Friedhof gegenagen, in dem noch viele im alten Slawischen geschriebenen Grabsäulen zu sehen sind. Von dort haben wir die ausgeglichenen Proportionen dieser kleinen Kirche bewundern können. Der Plan der Kirche in der Form eines Kleeblattes ist charakteristisch der moldawischen Architektur im XIV. Jh. Die Melodie der Kirchenlieder erhöhten die Emotion, die wir vor der einfachen Schönheit der Kirche Sf. Treime hatten.
Die Mauern, aus Stein- und Ziegelschmuck, werden mit Reihen von ausgezackten Backsteinen und mit Scheiben aus emaillierter Keramik beschmückt. Diese Art der Dekoration, die hier zum ersten Mal zu sehen ist, wird sehr oft sowohl während der Zeit von Stefan cel Mare (Stefan der Grosse), als auch im XVII. Jh verwendet. Hier werden auf dieser Weise die blinden Bögen der größeren und der kleineren Apsiden unterstrichen, und zwar durch einen kontinuirlichen Fries, der das ganze Gebäude umzingelt. Über einigen Fenstern stehen komplexere Motive, die der Kirche einen besonderen Eindruck verleihen, der uns an den Stickereien der Fresken mancher rumänischen Klöster erinnerten, obwohl diese Kirche gar keine Fresken besitzt. Darum ist es gar nicht schade, denn dieses Wunder der Architektur genügt sich selbst. Es ist aber schade, denn sie steht im Schatten ihrer größeren Schwester aus der Bukowina....
Copyright Fotos E.Roussel
Übersetzung : Mihai Draganovici