Die aus Ton gefertigten Gegenstände zählen zu den wichtigsten Volkskunstgegenständen. Sie erfüllen nicht immer eine dekorative Funktion, auch wenn sie stets aus ästhetischem Standpunkt betrachtet werden.
Die Herstellungsverfahren der Keramik sind sehr unterschiedlich. Jede Herstellungsstätte weist eigene Merkmale auf, sowohl was die Formen als auch was die verwendeten Farben betrifft.
Es gibt zahlreiche Vefahren und verschiedene Werkzeuge, von dem Fingerabdruck, mit dem man das Töpfergeschirr schmückt, bis zu den geschnitzten Stöpseln. Um die sich wiederholenden Reliefmotive zu vervollkommen, verwendet man den Schleifstein, die Zangen, den Kamm und das Ochsenhorn.
Die Muster sind sehr unterschiedlich und jeder Gegend spezifisch : so sind es die Sterne in Horezu, die Pflanzen in Siebenbürgen und im Maramuresch, Tiere, vor allem Fische und Vögel, aber auch Widder und Pferde in Oltenien und Siebenbürgen.
Nur die anthropomorphischen Motive sind selten, außer beim Hochzeitsgeschirr, von dem eine bedeutende Sammlung im Rumänischen Bauernmuseum in Bukarest bewundert werden kann.
Das Hochzeitsgeschirr spielt eine besonders wichtige Rolle, vor allem im Rahmen der Hochzeitsbräuche. Ihre Symbolik ist besonders tief, sie dienen dazu, dem jungen Ehepaar Glück, Fruchtbarkeit und Wohlhaben zu sichern.
Jede Gegend hat ihren spezifischen Stil und es wird besonders sorgfältig hergestellt und dekoriert. Dazu gehören Meisterwerke der Töpfermeister, die heute noch ihre Rolle in der Gemeinschaft spielen, vor allem auf dem Lande.
Heutzutage ist es schwer, außerhalb der Volkskunstmuseen Keramikwaren von bester Qualität zu finden. Dennoch erscheinen neue Töpfermeister in jeder Gegend und so kann man außer den vielen Touristenwaren auch schöne zeitgenössische Meisterwerke entdecken, die als Inspirationsquelle die traditionellen Themen verwenden.
Copyright Fotos E.Roussel
Übersetzung : Mihai Draganovici