Die Ikonen auf Glas sind sehr zahlreich in Rumänien, sei es in den Museen, in den Kirchen und Klöstern oder in den eigenen Häusern.
Sie sind die Erbinnen der siebenbürgischen Glasmalerei, die durch die künstlerischen Ströme der Nachbarländer beeinflusst wurde : Tschechien, Ungarn, die Ukraine.
Seit dem XVIII. Jahrhundert bilden sie die Grundlage eiener wichtigen handwerklichen Produktion und werden über die Grenzen der Provinz hinaus vermarktet.
Die Modelle auf Papier verkehren von einem Dorf zum anderen, und manchmal fällt die Ähnlichkeit der Motiven von einer Ikone zur anderen auf. Die Ausstellungssäle der Ikonen beim Museum des Rumänischen Bauern sind ein echter didaktischer Buch über die Herstellung dieser Ikonen. Die Ausstellung der Modelle, die von den Künstlern benutzt wurden, mit ihren technischen Hinweisen sind von großem Interesse, denn sie stellen uns der traditionellen Schemata, die zu respektieren sind gegenüber. Die Künstler konnten sowohl Handwerker als auch Bauern sein, wenn ihnen die Arbeiten des Feldes die Zeit ließen. Heute noch wird diese Kunst von zeitgenössischen, professionellen Künstlern oder Amateuren verewigt ; eine Kust die ihre Stelle sowohl im religiösen als auch im alltäglichen Leben hat. Das Museum der Malereisammlungen in Bukarest presentiert Ikonen auf Glas, und zwar versuchte man die Räumlichkeiten der Kunstwerken-sammler wiederherzustellen ; sie sind mit den Möbeln, Orientteppichen, Bildern und Keramiken verbunden, was die Integration der traditionellen Kunst in den modernen Innenraum des XIX. und XX. Jahrhundert widerspiegelt. Im übrigen war die Grundausbildung großer Staffeleimaler wie Grigorescu dann Tonitza die Ikonenmalerei und die Wandmalerei der Kirchen. Ein unumgänglicher Umweg in Richtung der rumänischen künstlerischen Tradition....
Mehrere lokale Stile beherrschen die Produktion von Ikonen auf Glas und erlauben ihre Herkunft zu erkennen.
NICULA (zwischen Cluj und Dej)
Der gemeinsame Nenner der Ikonen von Nicula ist die Vereinfachung der Züge ; die Antlitze und die Körper werden auf das Wesentlichste reduziert.
Die Farbe ist eine reine Nuance, ohne Mischungen und ohne Abstufungen.
Meistens sind die Bilder auf drei Seiten durch einen Dekorationsfries begrenzt. Die roten Rosen erscheinen sehr oft mit allerhand stilisierten Dekorationsformen und gewinnen mit der Zeit eine wichtige Bedeutung im Bild.
Die häufigsten Themen sind Adam und Eva, die Jungfrau mit dem Kind , die Schlaf der Jungfrau, Die Heilige Geburt.
Die Intervalle zwischen den Persönlichkeiten werden mit Blumenfriesen oder mit Lebensbäumen gefüllt.
Man findet oft auch den Heiligen Johannes der Täufer als Kind oder den Heiligen Johannes der Täufer und Kind Jesus. Im Allgemeinen hält Jesus in seinen Armen ein Lamm.
SCHEII BRASOVULUI (zur Zeit Vorort von Brasov)
Die Maler auf Glas - die meisten sind von Nicula gekommen - haben gänzlich ihren Stil im Kontakt zu Malern von Kirchen und von Ikonen auf Holz, die von der Valachei gekommen sind, geändert.
Die Kunst ist gepflegt, die Zusammensetzung ist voller Geschmeidigkeit. Trotzdem schaffen die Zerbröckelung des Themas in zahlreichen verschiedenen Gruppen und der Säuregehalt der Farben einen violente Chromatik, die
einzigartig in der rumänischen Volkskunst ist.
Die Hauptthemen sind die Jungfrau mit dem Kind und das Ablegung ins Grab.
FAGARAS und DAS LAND VON OLT
Zwei große Strömungen sind bemerkbar, jenes der professionellen Kirchenmaler und jenes der ländlichen Maler. Im allgemeinen ist die Zeichnung sicher und präzise, die Palette hat die leuchtenden Farben des dörflichen Raumes dieser Region
Man findet zahlreiche Elemente, die aus dem alltäglichen Leben stammen. Der Rand der Ikonen ist oft elegant und raffiniert.
Er erscheint bei einigen Malern eine Benutzung der Abstufungen und der gefärbten Schatten. Die oft weißen Fonds werden von Rosaabstufungen erhöht. Die Kleidung ist nuancierter, und es erscheinen dort auch Dekorationsmotive.
TAL VON SEBES : LANCRAM
Die Ikonen sind im allgemeinen auf weißem Grund bemalt, die werden von Blätterverzierungen mit Blumenmotiven begrenzt.
Die Zeichnung zeigt den Anfang der Komposition und das Erscheinen der Perspektive.
Die Farben sind in Halbton, der an die Töne der Malerei auf Holz erinnert. Manchmal um eine zentrale Szene wird die Ikone in kleinen Bildern geteilt, die sorgfältig ausgeführt werden. Die Kleidung und der Dekor zeigen eine wichtige Dekorationsforschung. Die Zeichnung ist schlank und elegant, ohne an Genauigkeit zu mangeln. Die Fonds werden nach und nach blau, sie werden auch mit weißen Sternchen bestreut, die diesen Ikonen vom Sebes Tal charakteristisch sind.
MARGINIMEA SIBIULUI
Der Einfluss von Hinterglasbilder von Wien wirkt dazu, dass in der ziemlich einheitlichen Welt der rumänischen Ikonen, hochentwickelte, kostbare und überschwengliche Bilder erscheinen. Das Gold dringt in das Bild ein, das sich dem Barocken nähert.
Einige Maler malen einen dunklen blauen Himmel, mit Wiesen erfüllt von Grassträuchern....
BANAT
Es erscheinen Bilder, die auf Spiegelgrund gemalt wurden.
Im Süden von Banat findet man Ikonen, deren Stil sich von dem spezifischen Raum der rumänischen Kreation entfernt, und der serbische Einflüsse enthüllt : Auf dem blauen Himmelsgrund erkennt man Nimbusse und andere Persönlichkeiten in ziegelsteinroter Kleidung.
BIBLIOGRAPHIE
J. DANCO - D. DANCO : La peinture paysanne sur verre de Roumanie (Ed. Meridiane - Bukarest 1979)
Ion MUSLEA : Icoanele pe sticle si xilogravurile taranilor romani din Transilvania (Ed. Grai su Suflet - Cultura Nationala - Bucuresti 1995)
Copyright Fotos : E.Roussel
Übersetzung : Mihai Draganovici