Unter den hölzernen Eingangstoren, die am Rande der rumänischen Landstraßen stehen, sind diejenigen aus dem Maramuresch die berühmtesten. Sie haben sich zweifelsohne ihren Ruf durch ihre Großartigkeit und ihre große Anzahl erworben. Von den einfachsten bis zu den gekünsteltesten sind sie zusammen mit den Holzkirchen das Kennzeichen dieser Gegend.
Viele Eingangstore werden mit Schnitzereien geschmückt, die nicht bloß Verzierungen sind, sondern als Schutzsymbole des Hauses gelten, vor dem sie stehen. Sie schützen die Familie und stehen für ihren Wohlstand und ein langes Leben ein.
Neben diesen erstaunlich kunstvollen Zeugen der Vergangenheit werden erstaunlicherweise jedes Jahr neue Holzbauten errichtet, dessen Schnitzereien den älteren gewachsen sind.
Die neu entstandenen Tore bestätigen die Tatsache, dass die Traditionen die fundamentale und sehr aktuelle Triebkraft des menschlichen Handelns auf den ländlichen Gebieten Rumäniens sind.
Am Engpass Gutâi kommt man durch einen hölzernen Eingangstor zu einem dieser zahlreichen Holzschnitzereien, die am Rande der Wälder dieser Gegend stehen.
Die Waldgeister schützen den Wanderer, den Holzfäller, den Hirten...
Das Maramurescher Museum hat alte hölzerne Eingangstore. Alle dekorativen Themen werden dort dargestellt, darunter auch einige sehr seltene Themen, von dem Weinstock bis zur Schlange, dem Fruchtbarkeitssymbol, über Verzierungen, die auf die morgenländische Kunst zurückführen.
Wir hatten Glück, denn wir konnten das Freilichtmuseum besichtigen, zusammen mit einem netten geduldigen Aufseher, der unsere Sprache beherrschte und uns erlaubte unsere Wissbegierde eingehend zu befriedigen...
Das Tor wird oft vor dem Haus errichtet...
Der Zaun der Kirche von Baia Borsa wurde 1998 mit einem traditionellen Tor versehen. Dennoch ist es keine einfache Kopie der alten Tore, auch wenn man dort die traditionellen Verzierungen sieht.
Naive, ausdrucksvolle Darstellungen biblischer Themen schmücken es.

Copyright Fotos : E. Roussel
(Übersetzung : Mihai Draganovici)