Holz ist überall in den rumänischen Ansiedlungen zu finden.
Daraus werden die Häuser und die Kirchen in den Berggebieten gebaut.
Der Tradition entsprechend waren die Bauten auf dem Dorf richtige kleine Puzzles, die man im Falle eines Überfalls zerlegen und wieder aufbauen konnte.
Und im Notfall, wenn man das nicht zu Ende führen konnte, pferchten die Rumänen ihre Möbel in die Pferdewagen ein, darunter Kisten mit Kleidern, Holz- oder Keramiktöpfen, Vorräten, oft auch das Tor und den Zaun. Das geschah leider oft zur Zeit des Abbaus ganzer Dörfer durch die von Ceausescu geführten
Systematisierungspolitik, der, zum Glück, die Wende 1989 ein Ende setzte. Die Bewohner von Snagov, die aus ihren Häusern an den Rand Bukarests gedrängt wurden, nahmen ihre Zäune mit, denn sie hofften, einmal in ihr Dorf zurückzukehren und ihren alten Grundbesitz umgrenzen zu können.
Alles von den Häusern bis hin zu den Löffeln werden von Handwerkern oder von Familienmitgliedern verziert und sind außergewöhnlich reich und originell.
Das, was man in den Handwerkmuseen bewundern kann, kann man auch in den kleinsten Dörfern sehen. Die Fenster- und Türrahmen, die Dachränder, die Pfosten am Vorbau der Bauernhäuser, Sitzkisten, die Hausgeräte und die landwirtschaftlichen Werkzeuge stellen im verschiedenen Maß eine ständige Suche nach einem Gleichgewicht zwischen dem Nützlichen und dem Schönen dar. Im Maramuresch, im Ilva-Tal, in der Nähe von Bistritz und in Pipirig, in der Umgebung von Piatra Neamt kann man Holztore verschiedener Baustile bewundern, die in künstlerischer Hinsicht hoch geschätzt sind. In Pipirig werden die Tore nicht nur geschnitzt, sondern auch mit Blumenmotiven bunt bemalt.
Die Holzschnitzerei ist voller Leben, sei es an den Grabsäulen des Fröhlichen Friedhofs aus Sapânta oder in den unzähligen Waldschnitzereien, die man am Rande der Wegbiegungen oder am Rande einer Landstraße, vor allem im Maramuresch bewundern kann.
Copyright Fotos : E. Roussel
BILDER
Holzkirchen im Maramuresch (Mara-Tal)
Häuser in Apuseni(1)
Häuser in Apuseni(2)
(Übersetzung : Mihai Draganovici)