Der Urwald bei Slatioara liegt in der Bukowina, ein paar Kilometer von Campulung Moldovenesc entfernt, im südöstlichen Teil der Stadt.
Da der strenge Winter 1997-1998 den direkten Zugang durch die Rarau-Berge hinderte, gelangten wir über Frasin und dem Tal Suha hin. 10 km vor Stulpicani konnten wir uns eines wahren Panoramas der ländlichen Landschaften der Bukowina erfreuen, bevor uns ein Pfad schnell ins Herz des Waldes führte. Es empfingen uns große Bäume, Fichtenbäume und riesige Tannen, unter denen Buchen und andere kleinere Bäume um ein bisschen Licht kämpften.
Eine dichte und üppige Vegetation wächst dazwischen : Sträucher, Blumen, seltene Pflanzen, Pilze, Moos und Flechten. Sie leben dank dem Tode anderer, die das Alter oder der Wind zu Boden schlugen, weit von jedem menschlichen Eingriff, an den nur der angelegte Weg erinnert.
Schlichte Holzstege führen über die Bäche, ohne dabei die Wasserpflanzen und -tiere zu stören. Ein mit der Säge geschaffener Durchgang, der durch einen Baum, der den Weg versperrt, führt, lässt sein würdiges Alter erkennen.
Es wurde uns gesagt, dass in dem wilden aber trotzdem freundlichen Wald, dessen Ruhe nur von unseren Schritten und dem Lärm der Quelle und des Baches gestört wird, viele Wildtiere leben : Wölfe, Luchse, Hirsche und Rehen, Wildschweine, Auerhähne, Haselhühner. Die Gunnera mit großen Blättern, die am Rande des Baches wachsen, verleihen ihm ein tropisches Aussehen. Das Ziel unseres Spazierganges war an jenem Tag an einem schönen Ort zu picknicken (es gibt in diesem Wald kleine schöne Lichtungen mit Bänken und Brunnen mit frischem Wasser). Deswegen begnügten wir uns damit, mit unserer Kamera diesen Ort und seine üppige Vegetation zu filmen.
Manche Pflanzen sind uns bekannt und wachsen auch in den Bergen Westeuropas, wie die Eibe, die Astrantia Major und Minor, mehrere Arten von Glockenblumen. Viele andere Pflanzen sind uns unbekannt, aber ist der Name einer Pflanze wohl das Wichtigste an ihr ? Uns reizten vor allem ihr außergewöhnliches Aussehen und die bunte Harmonie, die sie mit Erde und Himmel schufen...
Unser kurzer Besuch außerhalb der Saison erlaubte uns nicht die berühmtesten Pflanzen zu bewundern, weder die Orchidee Cypripedium Calceolus, noch die Pinguicula alpina oder das Edelweiß, das auf den Felsen des Engpasses „Latoace" wächst. Aber die sanften Farben der Blumen oder der Flechten und das majestätische Laub des Waldes, zeigten uns, was die Erde alles schaffen kann, wenn sie sich nur frei entfalten darf ...
Copyright Fotos E. Roussel
Übersetzung : Mihai Draganovici