Es ist ein verborgenes Tal, das uns zur Quelle von Mara führt. Es ist ein sehr angenehmer Spaziergang auf Waldpfaden, den man in ein paar Stunden mit einem gewöhnlichen Wagen (er muss nicht besonders sein), zu Fuß oder mit dem VTT machen kann, die letztere Möglichkeit haben wir aber nicht probiert, denn es hätte vielleicht den ganzen Tag dauern können. Es wäre besser, wenn man sich auch auf ein Picknick vorbereiten würde, den unterwegs begegnet man niemandem, außer einigen Hirten.
Wir wurden bei der Berghütte Izvoarelor in der Nähe von Baia Sprie freundlich aufgenommen, auch wenn sie nicht mehr für die Touristen bestimmt ist. Seitdem sie von der Stadt Baia Mare verkauft wurde, dient sie als Sporttrainingslager.
Gleich vor der Berghütte führt ein asphaltierter Weg zur kleinen Hütte Maratex. Auf der Weide emfpangen uns echte Waldgeister ; eigentlich sind es geschnitzte Baumstämme. Wir haben die Hütte fast leer gefunden. Nur eine junge Empfangsdame war zum Glück da, um uns den richtigen Weg zu weisen und zwar denjenigen, der nach links geht, auch wenn er scheint, uns vom Ziel wegzuführen, denn wir wollten durch den Wald nach Sapânta gehen.
Der Weg war gegen Ende unbefahrbar und wir haben uns entschieden, nach dem Staudamm Runc nach Mara auf einen Weg zurückzugehen, der sich durch das Gras schlängelt und irgendwann wird ein Teil des Wages zu einer Zementbahn.
Wir machten uns auf den Weg durch den Wald, der teils aus Nadelbäumen und teils aus Laubbäumen besteht, und hatten ständig den Eindruck, den Weg verfehlt zu haben und deswegen zurückkehren zu müssen. Zu einer Weide gekommen, sind wir längere Zeit einen Bach entlang gegangen, der Mara hieß, bis zu seiner Quelle. Er schlängelt sich von einer Seite des Weges zur anderen, unter kleinen primitiven Holzstegen, die aus einfachen aneinander gereihten Baumstämmen bestehen.
Das erste Haus, das wir gesehen haben, schien nicht bewohnt zu sein, aber ein bisschen weiter lag ein großes Haus des Wasser- und Waldregiebetriebs mit einer schönen Satelitantenne, was uns zurück zur modernen Welt brachte. Zwei sympathische Hirten hüteten ihre Schafherde und ihr Hund erholte sich inmitten des Weges und ließ und weitergehen. Wir machten Halt, um mit ihnen ein bisschen zu reden..
Wir fragten sie, ob wir sie fotografieren durften und es machte ihnen eine große Freude. Jean-Pierre fotografierte sie mit der Polaroidkamera, damit wir nachher nicht mehr die Fotos per Post schicken mussten. Ihre Enttäuschung vor dem weißen Papier und dann ihre Freude, als das Bild erschien, war ein lustiges Erlebnis... Sie luden uns ein, am Abend ihren Vodka und Käse zu probieren. Es tat uns Leid, dass wir ihrer Einladung nicht folgen konnten, aber es schien uns gefährlich, nachts einen unmarkierten Weg zu befahren. Übrigens sollten wir ja nach Sapânta fahren und dann nach Izvoarele über das Tal Mara und den Engpass Gutâi, wo man uns erwartete ...
Nach der Schäferei führt der Weg über eine Gegend mit roten Felsen, wo riesige dünne Diestel höher als ein Mensch wachsen.
In den Bach Mara münden kleine Nebenflüsse, die ihn immer mehr vergrößern, bis er in den Runc mündet und eine erstaunliche Landschaft von malerischen Engpässen zwischen den Felsen mit sonnengelben Adern bildet. Ein Staudamm aus Steinen versperrt den Fluss. Diese Art Damm gibt es selten zu sehen. Er passt perfekt zur Landschaft, weil man das Wasserkraftwerk nicht sehen kann...
In der Nähe dient der Eingang eines alten Bergwerks als Obdach für eine Schafherde.
Der Weg nach Mara führt über einen Berg, der menschenähnliche Formen aufweist und wo die Kühe und Schafe grasen. Der Wald ist nicht mehr so dich, aber es gibt noch keine Häuser zu sehen.
Bergab, in der Nähe der Betonbahn angeln ein paar Leute, Fischer oder Goldgräber, wir wissen nicht Bescheid, denn sie mögen es nicht, dass man sie anguckt. Die unwahrscheinliche Begegnung mit einem anderen Wagen, dort wo die Bahn so eng wird, dass es keinen Platz für zwei Wagen gibt, macht unsere Spazierfahrt noch abenteuerlicher... Auf den umgebenden Weiden wachsen unter dem hohen Gras, das auf die Mähzeit wartet, wunderschöne Blumen, die der Landschaft ihren Reiz verleihen.
Schließlich weisen kleine Schober und Ställe mit Strohdächern, die sich in kleinen Lichtungen versteckten, auf die Existenz der Zivilisation hin. Am Rande des Weges tauchen abgefällte Bäume auf. Wir bewundern das Eingangstor der ersten Farm, dann kommen wir zur Hauptstraße vor die Schule.
Vielleicht sollte man sich nach einem strengen Winter nach dem Zustand der Wege erkundigen, wenn man dieser Route folgen will. Auf jeden Fall haben wir festgestellt, dass die meisten Waldwege in gutem Zustand waren. Es ist ein Anlass, schöne Berglandschaften zu entdecken, so dass es uns noch mehr Spaß macht, Rumänien zu besichtigen ....

Copyright Fotos : E. Roussel
Übersetzung : Mihai Draganovici