Wünschenswert wäre es, dass man den ethnographischen Museen und den Dorfmuseen ein wenig mehr
Aufmerksamkeit schenkt, um die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart besser herstellen zu können. Auf dieser Weise wird man nicht nur den malerischen Anblick auf beiden Seiten der Straßen kennen, sondern auch einen Einblick in das Leben in Rumänien, so wie es heute ist, bekommen, und zwar ein Leben, das für viele seiner Bewohner ein wirklich schweres ist, aber auch in die Traditionen, die diesem Land charakteristisch sind.
Das Holzmuseum in Câmpulung Moldovenesc wurde von dem Verein Pharmaciens sans Frontières in Nancy finanziell unterstützt. In dieser Region, wo das Holzkunsthandwerk und -industrie eine wichtige Stelle einnimmt, hat das Museum die Rolle, die Geschichte der Holzverwendeung in sämtlichen Bereichen des Lebens während der Jahrhunderte nochmals vor unseren Augen ablaufen zu lassen.
Es werden viele Holzgegenstände ausgestellt, die zum Lebens des rumänischen Volkes gehören. Manche sind wahre Wunder. Zahlreiche Hochzeitskoffer, Feldflaschen, Gegenstände aus dem täglichen Leben der Bauer, Gegenstände aus dem Haushalt, alle sind mit traditionellen Motiven geschmückt, der größte Teil mit geometrischen Motiven. Eigentlich verwenden nur die Kunsthandwerker und die Künstler ungarischen Ursprungs die Blumen- und Tiermotive in traditioneller Weise. Folglich trifft man in Siebenbürgen diese Art von Dekoration häufiger an. Die traditionelle rumänischeVolkskunst verwendet verschiedene Punktenkombinationen, Rosetten und einfache verflochtene Linien, die mit komplexeren Motiven verbunden sind, die die Grundform des dekorierten Gegenstandes hervorheben und zeigen was darin funktionell ist.
Im Holzmuseum sind auch Gegenstände ausgestellt, die dem heutigen Alltag gehören, wie zum Beispiel traditionelle oder moderne Möbelstücke, die seit Generationen zu den kunsthandwerklichen und industriellen Tätigkeiten der Städte gehören.
Bildhauereien der Bauern, die die Geister des Waldes darstellen, erinnern an diejenigen Skulpturen, die man im benachbarten Maramures sehen kann.
Ein Saal ist den Fortbewegungsmitteln gewidmet. Dort sind alte Wagen oder Schlitten ausgestellt. Das Herstellen der Räder, mit allem was komplex und erfinderisch darin ist, bietet die Gelegenheit eines interessanten Rückblicks.
Die Musikinstrumente werden selbstverständlich nicht vergessen, die Flöten und die Violinen im Rahmen einer festlichen Vorstellung der traditionellen Feste, die, wie im Falle von Maramures, volkstümlich-heidnische Ursprünge haben, vor allem im Falle der Winterfeste/bräuche um Weihnachten.
Einige Straßen weiter befindet sich eine ganz interessante Sammlung von Holzlöffeln des Herrn Professor Tugui, die man aber nur nach vorheriger Verabredung besichtigen kann.
Copyright Fotos E.Roussel
Übersetzung : Mihai Draganovici