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Casa mica (das Häusschen im Gebirge)
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Casa mica

Es gibt Momente im Leben, in denen man am liebsten allen Gewohnheiten loswerden möchte, vor allem, wenn es um die Wahl des Urlaubsziels geht, denn es ist immer ein Risiko dabei.
Den Bestimmungsort zu ändern, kommt nicht in Frage, denn Rumänien hat einen immerwährenden unwiderstehlichen Zauber. Nur dass wir Lust darauf haben, diesmal es anders zu entdecken, den Menschen näher zu kommen, aber ohne dass wir auf unsere Unabhängigkeit und Eigenständigkeit zu verzichten.
Unsere Wahl fiel auf eine hügelige Gegend in Siebenbürgen, die keinem unseren üblichen Wahlkriterien entsprach, die aber um so mehr unsere Phantasie anregte, da die entsprechende Dokumentation sehr spärlich war, und zwar nicht mehr als ein Artikel im Reiseführer Routard und einige Seiten in einem Reiseführer vor 1989 : Es handelt sich um die Berge Apuseni, das Land der Motzi.
Bis jetzt haben wir gereist, mal einfach aufs Geratewohl, mal mit einem präzisen touristischen Reiseziel, mal um unsere rumänischen Freunde zu besuchen, mal einfach um neue Bekanntschaften zu machen. Dieses Jahr hatten wir Lust, an irgendeinem Ort sesshaft zu werden und dieses Mal darauf zu verzichten, hunderte Kilometer zurückzuzlegen auf der Suche nach einer Kirche aus Holz, nach einem Dorfmuseum, nach einer interessanten ethnographischen Zone, und das nicht weil wir die unzähligen Schätze dieses Landes erschöpft hätten sodern um dort zu leben, ganz einfach so...
Die Entdeckung eines kleinen traditionellen Hauses, im März auf dem Internet, das zum Mieten durch diese Agentur freigegeben wurde, und das wir sofort "das kleine Haus/ Casa Mica " getauft haben, war entscheidend.
Vom Traum zur Wirklichkeit ging es aber nicht so einfach, manches musste noch gemacht werden : so zu leben wie es viele Leute im ländlichen Rumänien taten, könnte a priori als ein verführerisches Abenteuer er-scheinen. Wie konnten wir uns einer Lebensweise anpassen, die für uns seit langem verloren gegangen ist ?
Und trotzdem ist es genau das, was wir zu versuchen entschlossen haben, sogar bevor wir alle Folgen, die eine solche Wahl mit sich bringen sollte, voraussehen konten.
Unsere Kindheitserinnerungen und die Einzelheiten, die uns durch die Mietagentur bekannt wurden, halfen uns eine Liste zu erstellen, mit dem was wir benötigten, um in einem traditionellen rumänischen Haus in 1000m Höhe ohne Elektrizität und ohne fließendes Wasser, mit einem Holzofen für die Küche und die Heizung zu leben. Eigentlich waren wir weniger von dem Alltag beschäftigt, denn wir hatten schon zahlreiche Reisen nach Rumänien gemacht. Wir waren eher über das Problem besorgt, wie wir unsere Batterien von der Videokamera wiederaufladen konnten. Also vor der Abreise haben wir eine zusätzliche große Batterie gekauft, die mit dem Feuerzeug wiederaufgeladen werden konnte und noch unsere zwei Batterien, die auch wiederaufgeladen werden konnten, und zwar im Auto... Wir haben die Zeit für diese Tätigkeiten berechnet und dann haben wir ein « touristisches Programm « in Abhängigkeit von diesen aufgestellt.
Und dann auf ging's nach Valea Ierii via Izvorul Crisului, wo uns Raluca erwartete, um uns zu unserem neuen Haus zu begleiten !
Wir haben das Auto auf dem Forstweg, am oberen Rade einer vergoldeten und mit Blumen bedeckten Wiese gelassen. Wir zogen unsere baren Füsse mit Ausflugsschuhen um und gigen zu Fuss herab auf einem Weg mit Gras, denn es war nicht klar, ob unser Auto bis in der Nähe des Hauses gefahren werden konnte. Die Berge werden wie überall in Rumänien ganz "vermenschlicht", umgewandelt in Rasenteppiche durch die Herden, und über den Weiden verleihen die Bäume einen grünen Schatten in diesem schäferlichen Bild. In der Nähe des Hauses werden die hohen Gräser von der Sonne vergoldet, indem sie auf die Sense warten, die den ganzen Sommer das Heu für den Winter mähen wird.
Wir wurden von dem Eigentümer des Hauses und seiner Schwester empfangen. Ein Holzfeuer erwärmte das Haus, ein wunderbarer Blumenstrauß, der aus Garten- und Feldblumen bestand, schmückte den Tisch des Wohnzimmers. Zwei Eimer mit klarem Wasser standen auf einer Holzbank, in der Nähe der Eingangstür stand ein Holzvorrat unter der prispa bereit. Eine Öllampe aus dem letzten Jahrhundert sollte uns Licht geben.
Raluca vergewisserte sich, dass wir alles haben, was man braucht und wir übernahmen den Ort in Besitz, nachdem der Eigentümer uns die Quelle gezeigt hatte, wo wir Wasser schöpfen mussten, denn jenes, das vor dem Haus lag, war wegen der Trockenheit am Ende des Frühlings verschmutzt worden. Dann zeigte er uns das Holz, das wir in der Nähe der "Hütte, hinten im Garten" spalten konnten und die Axt, die unter einem Bett lag.
Er verabschiedete sich und schlug uns vor, am nächsten Tag uns zu besuchen, um uns seine Schwiegermutter vorzustellen, die einige hundert Meter weit wohnte.
Wir nahmen den Ort in Besitz und richteten uns guter Laune ein, selbst wenn wir nicht so ganz unserer Fähigkeit vertrauten, diesen Alltag so zu verbringen, wie wir es seit langem nicht mehr gewöhnt waren... Und auch wenn wir fest entschlossen waren, das Spiel bis zu Ende zu spielen, haben wir beschlossen, trotz allem unser Gascamping wenigstens für den Morgenkaffee zu benutzen... Und das Leuchtgas hat ohne das geringste Bedauern die schöne alte Lampe, die einen entsetzlichen Erdölgeruch freisetzte, das uns unangenehm störte, ersetzt.
Somit begannen wir unser Leben eines "Operetten-gebirgsbewohnern", indm wir die Abendgeräusche, die Glocken des Klosters von Muntele Rece, die Schafen- und Ziegenherden, die im gleichen Ton mit ihren kleinen Glocken zurückkehren, hörten. Im Abendlicht schlich ein Fuchs über die Wiese. Wir sahen seinem verstohlenen Lauf nach, und bedauerten, dass wir die Kamera nicht bereit hatten…
Die Luft um das Haus wurde immer kühler, und mit einem unermesslichen Vergnügen machten wir unser erstes Feuer in einem Ofen aus einem anderen Alter und schlüpften dann unter die Decken.

Copyright Fotos E. Roussel

Übersetzung : Mihai Draganovici


Warum dieses, warum jenes,
Fragen Sie das nicht,
GEHEN SIE HIN UND SEHEN SELBST
...




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